Jour fixe

Jour fixe  im 1. Halbjahr 2017

Im Februar hielt Angelika McLarren, deren Ehemann schottische Wurzeln hat, einen mitreißenden Vortrag über Robert Burns, den wohl beliebtesten Dichter Schottlands (1759-1796), dem bis heute in seiner Heimat eine fast kultische Verehrung entgegenbracht wird, etwa im Rahmen des alljährlichen Burns Supper.
Trotz seines frühen Todes hinterließ Burns ein beachtliches Werk, einiges auch in seinem Heimatdialekt Scots verfasst. Von den zahlreichen Gedichten, u.a. auch Liebesgedichten, politischen Texten und Liedern wurden einige in Auszügen vorgetragen oder auch vorgespielt.

 

Im März waren André Hartmann, Gründer des Vereins Nepalhilfe Starnberg e.V., und Nicolai Baer, Architekt und Mitglied des Vereins, bei uns zu Gast.
Gezeigt wurde der Film „Nach Regen kommt Sonne Lichtblicke für Nepal“ (Nicolai Baer, 2016), der die Situation in Nepal ein Jahr nach dem großen Erdbeben von 2015 zeigt. Eine Delegation des Vereins war zu Besuch in der von Spendengeldern gebauten und weiterhin unterhaltenen Maya Children School in der Hauptstadt Kathmandu und der neu gebauten „Schule über den Wolken“ in den Bergen.
Die beeindruckenden Filmszenen wurden anschließend durch weitere Schilderungen des Filmemachers ergänzt.

 

Im April hielt Dr. Elmar Rauch einen Vortrag mit dem provokanten Titel „Russlandversteher versus political correctness“.
Dr. Rauch verfügt aufgrund seines beruflichen Werdegangs und seiner Kenntnis der russischen Sprache über langjährige Erfahrungen mit dem Ostblock und sehr fundierte Kenntnisse über Russland/den Ostblock und die Beziehungen zur Nato. Sein Vortrag umfasste u.a. die Zusagen an Russland im Zusammenhang mit der deutschen Wiedervereinigung, die Nato-Osterweiterung, den Aufbau eines Raketenabwehrsystems in Osteuropa, den Konflikt in der Ost-Ukraine und vieles mehr.
Die anschließende Diskussion war nicht so kontrovers wie erwartet, da wenige von uns über dieses Hintergrundwissen verfügen.

 

Im Juni hielt Jacob Schrot, Politikwissenschaftler und Experte für Außen- und Sicherheitspolitik, einen Vortrag mit dem Titel „Die Bewährungsprobe: Perspektiven auf die Präsidentschaft von Donald Trump“.
In seinem Vortrag beschäftigte sich Jacob Schrot wenig mit dem tagespolitischen Geschehen, „Kapriolen“ des amerikanischen Präsidenten, Protesten in den USA, weltweiter Besorgnis, besonders auch in Deutschland. Er trug vielmehr Grundsätzliches vor (Fakten zum Wahlausgang, Kompetenzen des Präsidenten), um den Zustand der amerikanischen Demokratie zu beschreiben. Sein zweiter Schwerpunkt, die deutsch-amerikanischen Beziehungen betreffend, wurde ebenso unaufgeregt behandelt. Als überzeugter Transatlantiker konnte er nur dafür werben, die jetzige Phase als vorübergehend anzusehen und sich weiterhin für die transatlantischen Beziehungen einzusetzen.

 

 

Jour fixe im 2. Halbjahr 2016

Der Jour fixe hat sich in 2016 zu einem festen Termin etabliert. Wir konnten interessante und informative Referenten gewinnen, das Interesse war rege.

Es ist nicht immer leicht, ein Thema zu finden, das einerseits dem Anliegen unseres Clubs gerecht wird, andererseits aber das Interesse der Zuhörer findet. Dies ist uns aber meiner Meinung nach gut in den letzten 3 Monaten des Jahres gelungen.

Im Oktober hatten wir Herrn Thomas Waterstradt, Direktor des Bankhauses Löbbecke/M.M. Warburg, eingeladen. Nach all den Turbulenzen auf dem Finanzmarkt durch den Brexit, der damals bevorstehenden Wahl des amerikanischen Präsidenten hörten wir aufmerksam diesem Experten zu. Welche Anlage ist heute noch sicher und gewinnbringend, was kann man tun in den Zeiten des Niedrigzins? und vieles mehr trug Herr Waterstradt uns vor. Auch ein Blick in die Zukunft aus der Sicht der Finanzwelt erschien mir bemerkenswert.

Im November hielt Frau Dr. Mehrländer uns einen Vortrag über die Barbie-Puppe und die Firma Mattel. Bekannt ist uns diese Puppe, spielten doch unsere Kinder und vielleicht jetzt auch unsere Enkelkinder mit ihr. Wir staunten darüber, dass Barbie ursprünglich „Lilli“ hieß und vom Springer Verlag als Titelblattaufreißer der Bildzeitung in ihren Anfängen gedacht war. Es war schon spannend, den „Lebensweg“ von Barbie, Kent und wie sie sonst noch so heißen zu verfolgen.

Im Dezember dann hatte sich unser Mitglied Jutta Rauch bereit erklärt, einen Vortrag über Henry James zu halten, den „europäischsten“ der amerikanischen Schriftsteller, wie sie es formulierte. Henry James ist heute nicht mehr so in aller Munde wie zu seiner Zeit, aber er verdient es, dass man ihn wieder aus der hintersten Ecke des Bücherregals hervorholt. Jutta Rauch hat es in ihrem Vortrag überaus gut verstanden, diesen Autor mit liebevollen Worten und innerer Begeisterung uns nahe zu bringen.

Es ist eine schöne „Institution“ geworden, dieser Jour fixe.

Sarah Schreier